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Canal Grande in Venedig

Venedig ist zwar nicht die einzige Stadt durchzogen von Kanälen, jedoch die bekannteste Lagunenstadt der Welt. Rund 175 Kanäle bilden die Wasserstraßen Venedigs. Der breiteste Kanal und gleichzeitig die Hauptwasserstraße ist der Canal Grande.

Auf etwa 4 Kilometern schlängelt er sich in einer gespiegelten S-Form durch die Stadt und trennt die einzelnen Bezirke voneinander. Nun nicht ganz. Der Stadtteil Castello ist der einzige, der keinerlei Verbindung zum Canale Grande aufweisen kann.

Wassertaxi oder Gondel?

Auf der Hauptverkehrsstraße gibt es sogenannte Vaporetti, auch oft als “Wassertaxis” bezeichnet. So ganz stimmt die Bezeichnung nicht, da die Vaporetti bestimmte Routen fahren und eher unseren städtischen Linienbussen ähneln. Man kann also in Erfahrung bringen, welche Route das jeweilige Vaporetto nimmt und seine Ziele dementsprechend legen und Venedigstreifzüge planen. Am häufigsten verkehren die Linien 1 und 2; in den wärmeren Monaten sind diese gefüllt von Touristen. Wer weniger Trubel liebt, ist bei den Linien der kleineren Routen wahrscheinlich besser aufgehoben.

Und Gondeln? Wer will das nicht: sich einmal in der Gondel durch Venedig schippern lassen. Ja, auch das kann man auf dem Canal Grande. Empfehlenswert ist wohl das Wassertaxi auf dem Canal Grande zu nutzen und in den kleinen Kanälen der Bezirke dann mit der Gondel in das romantische Venedig einzutauchen. Romantisch ist es allerdings auch auf dem Canal Grande – besonders bei warmen Wetter und bei Sonnenuntergang.

Sehenswertes am Canal Grande

Viele Geschäfte und Cafés am Ufer sind sehr teuer; ein normaler Kaffee kann hier schonmal um die 5 Euro kosten. Es ist wohl das besondere Flair, der Trubel, nunja, der Tourismus, der den Kaffee teurer macht. Besonders vom Boot und den Brücken aus, kann man die alten Palazzos, die das Ufer säumen gut bestaunen. Die Paläste sind Zeugen des früheren venezianischen Wohlstandes. Ein Beispiel ist hier der alte Ca’ Rezzonico aus dem 17. Jahrhundert mit seiner beeindruckenden Marmorfassade und dem kunstvollen Aussehen der einzelnen Stockwerke. Beide obere Stockwerke haben vor jedem Fenster einen kleinen Balkon. Früher hielt man hier Bälle ab, die sich auf die beiden oberen Stockwerke verteilte.

Die aufwändig restaurierte Palast Ca’ d’Oro befindet sich quasi auf Mitte der Kanalgesamtstrecke. Der Palazzo trägt auch den Beinamen “Goldenes Haus“. Die Fassade besteht aus vielen Ornamenten, die im 15. Jahrhundert vereinzelt vergoldet wurden. Außerdem wurden die Farben Ultramarin (ein tiefes blau) und Rot eingesetzt, um die Fassade hervorzuheben. Das Bild zeigt den Ca’ d’Oro:

Auch kommt man an dem Fondaco dei Turchi vorbei, ein großer Palazzo mit einer Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Der Palazzo war durch die Jahrhunderte Familienresidenz, diente als Hof und war Unterkunft für Gesandte und Botschafter des Grafen von Ferrara, wurde im 16. Jahrhundert an mehrere Familien als Wohnungen vermietet, stand dann mehrere Jahrzehnte mit Unterbrechungen im 17. Jahrhundert leer, wurde im 19. Jahrhundert restauriert und beherbergt heute das Naturhistorische Museum.

Jeder Palazzo hat seine eigene spannende Vergangenheit.

Auch alte Kirchen, wie die Chiesa degli Scalzi aus dem 17. Jahrhundert, gibt es entlang des Canal Grande zu bestaunen. Ohne Dekorationsarbeiten und Restaurationsarbeiten wären jedoch viele alte Gebäude dem Verfallen preisgegeben. Kirchen und Paläste werden oft als Ausstellungsorte genutzt und können besichtigt werden.

Brücken über dem Canal Grande

In (alten) Reiseführern liest man von 3 Brücken, die den Canal Grande überspannen. Nein, seit 2008 sind es sogar 4 Brücken. Zum einen gibt es die älteste und bekannteste, die Rialtobrücke, dann folgt die Scalzi-Brücke und die Accademia-Brücke (gebaut im 19. Jh.) und zuletzt die Fußgängerbrücke Ponte della Costituzione. Durch die Brücken kommt man auch ohne Wassertaxi über den Canal Grande. Von begeisterten Venedigfans hört man es auch immer wieder: Venedig kann man wunderbar zu Fuß besichtigen.

Interessante Links:

www.actv.it – Fahrpläne und Tarife